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Ein reinerbiges Ridgeback verfügt über den Faktor zur Wirbelbildung und Rauhaarigkeit Rh, welcher für die veränderte Haarwuchsrichtung und somit die Kammbildung verantwortlich ist. Nebst der Haarwuchsrichtung auf dem Rücken ("Kamm") wird auch die auf Vorder- und Hinterfüßen ("Unregelmäßigkeiten") umgedreht. Je nach Ausprägung und Stärke des Rauhaarfaktors können Vorder- und Hinterfüße betroffen sein.

Ridgeback-Hinterfuß mit typischer KräuselungDer Gentiker S. Wright vermutete weitere genetische Faktoren "Modifizierer", die dafür verantwortlich sind. Bei einer sehr schwachen Ausprägung erscheinen die Tiere wie GH mit kaum merklichen Unregelmäßigkeiten auf den Hinterfüßen und ohne Kamm. Tiere mit starker Ausprägung zeigen einen deutlichen Kamm und Unregelmäßigkeiten auf Hinter- und meist auch Vorderfüßen. Ein reinerbiges Ridgeback verfügt über keinen Modifikationsfaktor m, wie von Rosetten oder Peruanern bekannt, weswegen es auch nicht, trotz Anwesenheit des Wirbelbildungsfaktors Rh, zu einer Ausprägung von Rosetten kommt. Anders könnte man daher vom Rauhaarfaktor auch als "Ridgebackfaktor", den für die Kammbildung verantwortlichen Faktor, sprechen. Weiterhin verstärkt ein rezessiv getragener Modifikationsfaktor m die Ausprägung des Rauhaarfaktors. Dies kann zu einem typischen Ridgebackphänotyp mit stark ausgeprägtem Kamm führen, aber auch zu Rosettenmixphänotypen mit sichtbaren Körperrosetten und Verwirbelungen. Warum einige Tiere mit RhMm Rosetten zeigen und andere nicht ist noch ungeklärt.

 

Rasse reinerbig spalterbig
Glatthaar rhrh MM (oder rhrh Mm, rhrh mm)
Rosette/Peruaner RhRh mm (oder Rhrh mm)
Ridgeback RhRh MM (oder RhRh Mm, Rhrh Mm, Rhrh MM)
Rosettenmix RhRh Mm -

 

Anhand der Tabelle sind Gemeinsamkeiten und Unterschiede der Rassengenotypen veranschaulicht. Nun wäre auch geklärt, warum aus manchen Mischlings-Verpaarungen Ridgeback hervorgehen. Aber es ist davon abzuraten willkürlich zwei Tiere zusammen zusetzen, denn Ridgeback entstehen hier nur sehr selten und sind dann ausnahmslos spalterbig (Rhrh Mm).
Alle weiteren Rosettenmixtypen, mit wenigen bis kaum ausgebildeten Rosetten, sind wahrscheinlich auf die Vielfalt des Modifikationsfaktors zurückzuführen, ebenso die Unterschiede zwischen Peruaner und Standardrosette. Einen weiteren ausführlichen Bericht hierzu finden Sie unter www.meersgard.de: Der Rosettenbildungsfaktor von Bianca Eickmann.

Die reinerbige Zucht dieser Rasse ist äußerst schwierig, da vor allem geeignete Zuchttiere schwer zu finden sind, aber auch über das anfängliche Einkreuzen von anderen Rassen aus Zuchttiermangel viele ungewollte Trägereigenschaften in die Linie kommen können. Das reinerbige Ridgeback weist diese Rasseformel auf:

LL RhRh MM stst SaSa RxRx FzFz ChCh lulu

Das zeigt, dass aus einer Verpaarung zweier Ridgeback alle anderen Rassen fallen können (außer Crested, Curly/Lunkarya), je nachdem welche Trägereigenschaften die Eltern besitzen. Aus Zuchttiermangel könnte man auf Glatthaar oder Rosettenmixe (1-2 Wirbel) zurückgreifen, muss aber sicher sein, dass außer dem rh (für Glatthaar) und dem m (für Rosette) keine weiteren Faktoren in die Linie kommen. Rosettenträger sind leichter zu selektieren, aber der Faktor rh hält sich extrem lange. Da aber kaum Ridgebacklinien ohne Glatthaarträgereigenschaften existieren, ist es jedem Züchter selbst überlassen ob er das Risiko eingeht. Die aus Ridgebacks fallenden Glatthaar sind für die Glatthaarzucht einsetzbar, allerdings besteht die Gefahr der Verwechslung mit sehr schlechten Ridgebacks. Für die weitere Ridgebackzucht sind sie nur bedingt geeignet, da sie unerkannt das m weiter vererben können. Glatthaar mit dem Genotyp rhrh MM sind für die Ridgebackzucht geeignet. Aber vorsicht: Selbst in den langjährigsten Glatthaarzuchten existieren immer auch Tiere mit dem rezessiven Rosetten-Faktor m, welcher aufgrund des rh unbemerkt bleibt (rhrhMm oder rhrhmm).

Alle weiteren Rassen sollten strengstens aus der Ridgebackzucht herausgehalten werden und auch Trägertiere anderer Rassen sind äußerst schädlich!

Die Ausprägung des Kamms und die Reinerbigkeit

noch kein Bildnoch kein BildViele Zuchtanfänger machen oft den Fehler sich gerade solche Tiere für die Zucht herauszusuchen, welche einen extrem großen und rassetypischen Kamm besitzen und verpaaren in guter Hoffnung zwei solcher Tiere. Oft fallen gerade aus solchen Verpaarungen allerlei Rosettenmixe, denn ein rezessiv getragenes kleines m bei spalterbigen Ridgeback unterstützt die Ausprägung des Rauhaarfaktors und so haben gerade solche spalterbigen Tiere einen sehr schönen Kamm. Es sollte aber im Bestreben jedes ernsthaft engagierten Ridgebackzüchters liegen, zunächst einen Zuchtstamm aufzubauen, der keine Rosettenmixfaktoren rezessiv aufweist. Ein Weg zu diesem Ziel ist der Zuchteinsatz von Ridgeback ohne Kamm. Dies scheint ein Widerspruch in sich zu sein, doch zeigen gerade auf den Faktor M reinerbige Ridgeback keinen Kamm oder nur einen leichten Aalstrich bis hin zu ein paar aufrechtstehenden Haaren auf der Kuppe des Rückens. Allerdings können auch Ridgeback mit kleinerem Kamm spalterbig sein! Aus Verpaarungen von Tieren mit Kamm und Tieren ohne Kamm, fallen wiederum nur Ridgeback mit Kamm und solche ohne. Mit unter kommen auch einige Zwischenstufen vor, aber keine Rosettenmixe. Außerdem kann der Rauhaarfaktor zu so starker Ausprägung kommen, dass ein Ridgeback sowohl auf den Vorder- als auch auf den Hinterpfoten starke Unregelmäßigkeiten aufweist, unabhängig ob ein Kamm da ist oder nicht.

 

Dieser Text wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Anna Barth zur Verfügung gestellt (Original: Annas Viecher).