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Die Rasse Ridgeback ist sehr selten und auch (noch) nicht reinerbig. Passende Zuchttiere sind schwer zu finden. In unserer Ausgangsgruppe befinden sich daher neben den Ridgebacks Carlchen und Femi (zieht bald ein) auch zwei trägerfreie Glatthaartiere. Der erste Wurf von Carlchen und Glatthaardame Nanuh brachte leider nicht den gewünschten Ridgebacknachwuchs ( Der Nachwuchs ist trotzdem ganz bezaubernd.) und so hoffe ich, dass ich für Nanuhs letzten Wurf einen passenderen Partner finden werde.

Ich setze auf Femis Wurf, denn sie wird vor Einzug von einem Ridgebackbock aus der Zucht zu Hunigertach gedeckt werden.

Zur Zeit sind neben Ridgbackbabys auch Glatthaar und Rosettenmixe in den Würfen möglich. Unser erstes Ziel ist es, dass keine Rosettenmixbabys mehr purzeln. Dieses "Problem" kann leider immer wieder durch entsprechende Glatthaartiere reingezogen werden. Wir warten nun erst einmal das Zuchtjahr 2015 ab und schauen dann, wie es weiter geht…

Unsere Ausgangszuchttiere sind hier nun zu sehen.

CarlchenSweet DevilNanuh


Interessante Hintergründe der Ridgebackzucht findet ihr nun nachfolgend.

Wann fallen Ridgebacks?

Ridgeback können ab und an aus den unterschiedlichsten Verpaarungen gezielt oder als Zufallsprodukte fallen. Es empfiehlt sich auf jeden Fall die Verpaarung mit einem anderen Ridgeback. Viele Züchter stehen jedoch vor dem Dilemma nur einige wenige Zuchttiere zu besitzen. In dem Fall kann man eine Verpaarung mit einem Glatthaar vornehmen. Bei einer solchen Verpaarung sollte sich jeder Züchter aber im Klaren sein, dass die Wahrscheinlichkeit auf Ridgebackjunge sehr gering ist. Schuld sind oft die versteckten rezessiven Faktoren, die über den Glatthaarpartner in die Linie kommen. Dies sollte mit gezielter Selektion und den entsprechend sorgfältig ausgewählten Ausgangstieren jedoch kein Problem bleiben. Falls man an typvolle reine Rosettenmixe mit 1-2 Wirbeln kommt, können auch diese eingesetzt werden. Sie sind vom Genotyp spalterbig und können in Verpaarung mit einem Ridgeback mit unter Ridgeback hervorbringen. Aber schon bei dieser Generation sollte man gezielt die spalterbigen Nachkommen ausselektieren.

Weiterhin sollte man wie erwähnt keine Kraushaarrassen oder deren Träger mit in die Ridgebackzucht nehmen und auch weitestgehend Langhaartiere ausschließen. Es wäre doch wirklich schade, wenn das schönste Ridgeback nicht als solches zu erkennen wäre, weil man ein Ridgeback-Rex oder Ridgeback-Teddy vor sich sitzen hat. Genauso sollte man versuchen auch keine Crested mit in seine Zucht zu nehmen. Ganz abgesehen davon, dass es zu ungewollten Wechselwirkungen zwischen dem Crestedfaktor und den Rosettenfaktoren kommt, verbiegt sich auch der Kamm eines Ridgeback unter dem Einfluss der Krone. Genauso ist von Rosettenmixen und anderen Tieren mit ausgeprägten Rosetten abzuraten. Auch wenn ein Ridgeback "nur" eine zusätzliche Rosette zeigt, ist es genetisch bereits kein Ridgeback mehr. Falls man sich für den Einsatz von Ersatztieren wie Rosettenmix oder Glatthaar entscheidet, sollte man sich bewusst sein, dass dies auf Dauer keine Lösung bleibt. Rosetten weisen eine zu lange und Glatthaar eine oft zu kurze und zu weiche Behaarung auf und vererben diese auch an die Ridgeback.

Die Zuchtgruppe

Hat man eine Zuchtgruppe an geeigneten Ridgebackzuchttieren zusammen gestellt, so sollte nun Augenmerk auf die Reinerbigkeit gelegt werden. Genauso wichtig ist die Verbesserung der allgemeinen Rassemerkmale. Es ist sinnvoll auch über kammlose Ridgeback zu ziehen, denn sie haben laut Genetikstudien von Sewall Wright (1936) immer die reinerbige Faktorkombinaton RhMM. Ziel der Zucht ist ein reinerbiges Tier mit ausgeprägtem Kamm und ohne rezessiven Modifikationsfaktor m. Dies kann man über Verpaarungen kammloser Tiere untereinander versuchen oder aber über Verpaarungen von Ridgeback mit kammlosen Ridgeback. Bei keiner Verpaarung sollten hier Rosettenmixe fallen. Falls einst Glatthaar mit in die Linie gezogen worden sind, sind aber auch immer Glatthaar in den Würfen möglich. Auch dies kann man mit der Zeit selektieren. Glatthaar welche aus Ridgebackverpaarungen stammen, eignen sich nicht für die Zucht solange man auf sie verzichten kann. Jedes Glatthaar kann nämlich wieder unentdeckt ungewollte Eigenschaften z.B. den Modifikationsfaktor m vererben. Wer dennoch einmal ein Glatthaar in seine Linie ziehen möchte, um z.B. eine neue Farben zu erhalten oder Fremdblut zu bekommen, sollte es nach Möglichkeit mit einem kammlosen Ridgeback verpaaren und aus dieser Verpaarung ein kammloses Ridgeback (welches dann RhrhMM ist) für die Weiterzucht behalten. So wird ein ungewolltes Einschleppen von Modifikationsfaktoren vermieden. Genauso kann man auch ein Ridgeback mit Kamm mit einem Glatthaar/Rosettenmix verpaaren. Nach Möglichkeit sollte auch hier ein Nachkomme ohne Kamm für die Weiterzucht behalten werden, um Modifikationsfaktoren auszuschließen. Allerdings können hier auch wieder ungewollte Rosettenmixe fallen. Falls es gelingen sollte rassetypische Ridgeback mit gut ausgeprägtem Kamm nach guter Selektion aus Verpaarungen von kammlosen Tieren zu erhalten, so wäre nicht nur eine Reinerbigkeit der Rasse entgültig für alle Kritiker bewiesen, sondern man hätte hier ein Stammtier für die reinerbige Weiterzucht und für die Anerkennung in einem Verein erhalten. Ridgeback mit Kamm, welche aus zwei kammlosen Eltern fallen, sind laut Sewall Wright alle ausschließlich RhMM und entsprechen demnach dem gewollten Genotyp für eine reinerbige Ridgebackzucht. Hat man eine reinerbige Zuchtgruppe zusammen, so besteht der weitere Weg noch darin die Kammausprägung zu verstärken und eine Zuchtgruppe in einer Farbe zu etablieren.

Entwicklung des Kammes

Ein Neugeborenes kommt selten mit einem vollständig ausgeprägten Kamm auf die Welt. Gute Kämme sind allerdings immer auch schon beim Baby zu erkennen. Bei weniger starken Kammtypen kann sich der Kamm in den ersten Lebenswochen fast verlieren und wird erst mit dem allmählichen Fellwechsel wieder deutlicher (ab dem 2. bis 5. Lebensmonat). Eine endgültige Aussage über einen Kamm lässt sich aber erst mit vollständigem Fellwechsel und im Erwachsenenalter machen. In den Bildern unten sieht man wunderbar, das diese neugeborenen Ridgeback einmal einen schönen Kamm haben werden.

Zu erwähnen wäre noch, dass man einen Kamm sehr gut in Schulter und Hauptkamm einteilen kann. Da der Schulterkamm die charakteristisch stärkste Stelle eines Kammes sein soll, kann man schon anhand einer Ausprägung die Qualität des Ridgeback abschätzen. Nicht jedes Ridgeback hat aber einen Schulterkamm, wenn es aber einen hat, so ist auch stets der Hauptkamm vorhanden. Der Hauptkamm, so benannt weil er selbst bei Tieren mit Minikamm vorhanden ist, sitzt hinter dem Schulterkamm und läuft gen Hinterhand aus.

 

Dieser Text wurde uns mit freundlicher Genehmigung von Anna Barth zur Verfügung gestellt (Original: Annas Viecher).